Großer Wiesenknopf

Großer Wiesenknopf Nun blühen die Wiesen in der Rheinebene, im Hegau, in den Gäuen und auch im Schwarzwald auf. Nach dem kühl-nassen Frühling, der den Pflanzen sicher sehr gutgetan hat, entfalten nun die Arten nach und nach ihre Blüten. Unter den vielen Wiesenblumen ist auch der Große Wiesenknopf (lat.: Sanguisorba officinalis). Die Pflanze ist leicht zu erkennen: Zur Blütezeit leuchten die dunkelroten, walzenförmigen Blütenstände in den Wiesen weit hervor. Sie sind eine Ansammlung vieler kleiner, dicht gedrängter Blütchen und unverkennbar. Die Pflanze streckt die Blütenköpfe hoch über die Pflanzendecke, daher sind sie gut sichtbar – für uns Menschen und die Bestäuber.

Früher war der Große Wiesenknopf in den Heuwiesen ganz häufig anzutreffen, als trittempfindliche Art fehlt er den Weiden. Er liebt eine gewisse Bodenfeuchte, ja Nässe und fehlte daher in keiner Talwiese oder Wässerwiese, in quelligem Grünland oder feuchten Grabenrändern. Selbst in trockenen Wiesen kommt die Pflanze vor, wenn diese zeitweilig mit überreichlicher Nässe versorgt sind.

Der Wiesenknopf als ehemals gemeine Pflanze ist seltener geworden. Entwässerungen und eine intensive Landwirtschaft setzen der Art zu, so dass sie immer weniger auftritt. Es geht ihr wohl wie den Insekten: Wie diese ist die Art zwar in den Wiesen oft noch vorhanden, aber ihre Bestände sind erheblich zurückgegangen. Wo früher Tausende von blühenden Pflanzen den Feuchtwiesen einen dunkelroten Flor bescherten, sind heute lediglich einzelne, versprengte Exemplare am Rand zu finden.

Eine besondere Beziehung hat der Große Wiesenknopf zu zwei Schmetterlingen, dem Dunklen und dem Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, die einen interessanten Lebenswandel haben. Die Schmetterlinge legen ihre Eier in die Blütenknöpfe, von denen sich die Raupen ernähren. Nach einiger Zeit lassen sich die Raupen auf den Boden fallen, wo sie Ameisen in die Bauten eingetragen. Dort ernähren sie sich von der Ameisenbrut und schlüpfen nach dem Überwintern als Falter. In Renchen besitzt der Schwarzwaldverein einige Hektar Feuchtwiesen zum Schutz der seltenen Schmetterlinge!

Früher galt der Wiesenknopf als Heilpflanze. Die dunkelrote Blütenfarbe („Blutströpfle“) galt den Menschen als Hinweis auf ein „Blutheilmittel“. Tatsächlich enthält die Pflanze (besonders die Wurzeln) blutstillende Substanzen (Gerbstoffe). So entstand auch der lateinische Name der Pflanze: „sanguis“ = Blut, „sorbere“ = aufsaugen, „officinalis“ bedeutet, dass sie im Heilpflanzenbuch der Apotheker stand.

Der Große Wiesenknopf ist von der Loki-Schmidt-Stiftung zur „Blume des Jahres 2021“ gekürt worden. Damit rückt die hübsche Pflanze für ein Jahr in den Vordergrund und darf sich in ein bisschen mehr Aufmerksamkeit als sonst sonnen.

                                                                                                 Schwarzwaldverein 28.5.202