Jakobs-Greiskraut

Gerade ist es an vielen Weg- und Straßenrändern, Böschungen und Rainen gut zu beobachten: das JakobsGreiskraut, auch -Kreuzkraut genannt. Die Pflanze erhebt ihre zahlreichen leuchtend gelben Blüten über die umstehenden Pflanzen. So ist sie für uns Menschen und auch für die bestäubenden Insekten gut zu erkennen. Sie ist ein Korbblütler, im goldgelben Körbchen drängeln sich viele kleine Blütchen. Darum herum bilden ein Dutzend hellgelbe Zungenblüten einen hübschen Kranz; sie locken eifrige Insekten an – Wild- und Honigbienen, Hummeln, Fliegen u.a.

Seinen Namen hat das Greiskraut von den Früchten: Wenn die Samen reif werden, tragen sie einen weißen Haarkranz, der an den Haarschopf eines alten Mannes erinnert, daher rührt auch der lateinische Name der Pflanze: Senecio von senex = Greis. Dass es auch „Kreuzkraut“ genannt wird, rührt von ungenauer Aussprache oder der Verballhornung von „Greiskraut“ her. Der Artname „Jakobs-“ bezieht sich auf den Blühbeginn etwa zur Zeit des Jakobustags am 25. Juli.

Das Jakobs-Greiskraut wächst gern auf Brachflächen, trockenen Wiesen, die man erst spät mäht, oder auf Weiden, die nicht besonders intensiv genutzt werden. Dort kann es sich gut ausbreiten, denn die reifen Früchte sind wegen des Haarschopfes flugfähig. Gerade an Straßenrändern verbreitet es sich schnell: diese werden meist spät gemäht, so dass die Samen reifen können und vom Fahrwind der Fahrzeuge mitgerissen werden. Das Greiskraut profitiert sicher auch von den warmen Sommern der letzten Jahre.

Doch es ist nicht überall willkommen. Das Jakobs-Greiskraut enthält vergleichsweise große Mengen an Giftstoffen, sogenannten Pyrrolizidin-Alkaloiden. Diese Stoffe sind leberschädigend und beeinträchtigen Nutztiere wie Rinder und Pferde. Zwar meiden die Tiere auf der Weide das frische, bitter schmeckende Kraut, jedoch können sie es im Heu nicht erkennen. Da die Giftstoffe schlecht abbaubar sind, reichern sie sich im Heu an und entfalten ihre Wirkung erst mit Verspätung. Selbst im Honig, in der Milch und verseuchten Kräutertees sind sie nachweisbar.

Zur Bekämpfung des Jakobs-Greiskrauts wird das Mähen vor der Samenreife, wobei man allerdings die Verzweigung und den Wiederaustrieb der Pflanze fördert, oder das aufwändige Ausreißen der flach wurzelnden Kräuter empfohlen. Es gibt auch einen Schmetterling, den Jakobskraut-Bär, dessen Raupen (s. o.) sich ausschließlich vom Jakobs-Greiskraut ernähren – ja, die Raupen lagern das Gift sogar ein und werden selbst dadurch für Fressfeinde giftig! Er wird mittlerweile zur biologischen Greiskraut-Bekämpfung eingesetzt.

 

Schwarzwaldverein, 9.7. 2020 7